geschäften

Intervention unter Beteiligung von vier Betrieben | Flyer und Plakate, 34 Texttafeln (Transkriptionen von Gesprächen) | 16.08.-07.09.2013


Vier Betriebe werden eingeladen, ihr Geschäft zusätzlich zu ihrem Standort in der Solothurner Vorstadt vorübergehende im Erdgeschoss des Künstlerhauses S11 zu betreiben. Zu den vier eingeladenen Betrieben gehören das ‹Lucky Indian Restaurant›, ‹Heidi's Foto-Digi-Print›, ‹Muhi Pasha Imbiss & Café› sowie ‹MIAGI Wine & Food›.

Im Detail:

geschäften findet im Rahmen der im Künstlerhaus Solothurn gezeigten Gruppenausstellung ‹What means to be Swiss› statt.


Kulturelle Eigenheiten und Wissen

Die vier eingeladenen Geschäfte werden alle von Personen mit Migrations-Hintergrund geführt. Im Projekt geschäften spielen unter anderem kulturelle Eigenheiten und Abläufe sowie das je spezifische Wissen über die Essenszubereitung eine wichtige Rolle. Diese Aspekte werden zum einen während den öffentlichen geschäften-Tagen sichtbar. So können die BesucherInnen zum Beispiel zuschauen, wie gebrauchte Tonerpatronen wieder mit Originaltinte aufgefüllt werden können, wie die türkische Speise ‹Göszleme› zubereitet wird oder für was die unterschiedlichen asiatischen Gewürze eingesetzt werden können. Zum anderen führte ich in der Vorbereitungsphase von geschäften ausführliche Gespräche mit den Geschäftsinhabern. Dabei kamen unter anderem Aspekte der Geschäftstätigkeit, der Arbeitssituation, der Wahrnehmung des ‹Schweizerischen› sowie der Erlangung von Wissen zur Sprache. Ausschnitte aus diesen Gesprächen wurden transkribiert und sind nun in Form von Texttafeln, installiert als Haufen auf einem Tisch, in der Ausstellung im S11 erfahrbar.

Ortswechsel

Auf die vier geschäftet-sequenzen wird mittels einem Flyer, welcher im Vorfeld verbreitet wurde, aufmerksam gemacht. Es handelt sich bei den vier Geschäften um solche, die man, von aussen betrachtet, vielleicht nicht gerade auf den ersten Blick wahrnimmt oder die man erst nach x-maligem Vorbeigehen betritt. Der temporäre Ortswechsel ins Künstlerhaus S11 lässt einen anderen respektive erweiterten Blick auf diese Geschäfte zu. Sie erhalten durch die Kontextualisierung und Deplatzierung neue Aufmerksamkeit durch Interessierte und Passanten, was wiederum Werbung für sie bedeutet. Gleichzeitig wird auch das Künstlerhaus S11 anders wahrgenommen: So stellten während den geschäften-Tagen einige Passanten die Frage, seit wann denn dieser neue Imbiss, respektive Laden hier sein Geschäft betreibe.