Pfeiler kriechen leise

Installation mit 5 Videoprojektionen in Folge, 5-Kanal-Ton | im Loop, 11 min 7 sec | 2010


Laub dringt durch das Tor ein. Hölzer fallen auf den Boden und bleiben dort liegen. Wasser tropft. Ein Tuch bewegt sich. Es passieren Dinge, die nicht einfach so geschehen, sie sind inszeniert. Der scheinbare Unart wird durch die Inszenierung belebt. Der Blick wird auf bestimmte Dinge gerichtet, die vorher unbeachtet blieben.

Videosequenz aus der Installation Pfeiler kriechen leise

Videosequenz aus der Installation Pfeiler kriechen leise

Im Detail:

In der Arbeit Pfeiler kriechen leise kommen zwei Unorte vor, die ich als Unorte 1 und 2 bezeichne. Am Unort 1 entstanden Videoaufnahmen, der Unort 2 wird mit diesen bewegten Bildern und Ton bespielt. Unorte sind für mich Orte, die ich kenne und schon viele Male betreten haben. Sie haben keine bestimmte gleich bleibende Funktion. Unorte laden nicht zum Verweilen ein und werden oft auch nicht sonderlich beachtet. Sie sind einfach da. Manchmal sind es Durchgangsorte oder sie wurden zu Abstellten. Es gibt sie überall. Wenn von ihnen gesprochen wird, tönt das oft negativ und abwertend. Ich sehe in Unarten viel Reizvolles, Anziehendes, zum Teil Rohes und Brüchiges, was mich zum Eingreifen anregt und mit einen weiten Assoziationsraum öffnet. 


Für die Eingriffe verwendete ich Elemente, die etwas mit diesem Ort zu tun haben. Das Laub kommt im Herbst draussen vor dem Tor zu liegen. Die Hölzer befinden sich im Raum selber. Das Wasser floss vor Jahren aus dem Wasserhahn des Brünnelis. Der Staub ist auf dem Dachboden zu finden.


Spuren an den Wänden der beiden Unorte vermischen sich. Auf dem Video aufgenommene Spuren finden sich in der Projektion im Neben- und Aufeinander zu realen Spuren auf der Projektionsfläche. Was ist jetzt an der Wand sichtbar und was projiziert?